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Mittwoch, 28. September 2016

6.Florenz. Chiesa di Dante


Florenz. Casa Dante


Chiesa di Dante. Und ein Zeiger. Zufällig führte unser Weg direkt zum Casa Dante. Vor der Reise sah ich das Dante-Haus auf einer Karte, war zuerst sehr froh und dann sofort enttäuscht. Nicht echt. Eine Nachbildung aus 19. Jahrhundert. Wenn so, dann besser nicht... 
Ich fotografierte übrigens keinen Zeiger, sondern ein Streetart-Bild aus vergangenen Jahrhunderten, den Zeiger und den Name entdeckte ich erst später. 


Dienstag, 27. September 2016

5. Florenz. Biblioteca Medicea Laurenciana



Auf dem Foto: Der Fussboden des Lesesaals von der Biblioteca Medicea Laurenciana in Florenz. Der Bau wurde von Michelangelo  entworfen, von anderen Architekten, darunter Vasari, realisiert. Beim dem Besuch war schwer eine Info zu finden, was ich jetzt weiß, fand ich nachher, wenn ich nach Zuhause kam und im Internet recherchierte. 

Die Decke im Lesesaal der medizinischen Bibliotek.
 

Mittwoch, 27. Januar 2016

Be Nomad, nimm dein Heim, deine Heimat mit


Text: Elena Newerdowski

Es sieht so aus, als ob "Nomad" ein wichtiges Schlüsselwort der Gegenwart (oder auch der Zukunft) wäre. Du gehst auf die Reise, du  bist ständig unterwegs. Was nimmst du mit? Alle würden unterschiedliche Antworten auf diese Frage geben. Einer nimmt einen Gegenstand mit, eine Badewanne, zum Beispiel. Und ein anderer packt nur ein paar Gefühle in "die Tasche". Beide Möglichkeiten konnte man auf der Möbelmesse imm cologne 2016 beobachten.

Jurte, Innenausstattung. Bischkek. Foto: Elena Newerdowski

Über die Badewanne von einer jungen Münchener Designerin Carina Deuschl wurde sogar in der FAZ geschrieben. Kein Wunder: Der Prototyp XTEND, der 7 kg wiegt und überall aufgestellt werden kann, wurde für German Design Award 2016, Newcomer  nominiert. 
Optisch ähnlich sah ein Entwurf „Otaku“ von Bachelor, Universität der Künste Berlin, aus: leicht, mager, aber leider nicht klappbar. Kein Problem: ein paar Schritte weiter stand ein mobiles Haus, ein gemeinsames Projekt von zwei Design-Hochschulen, das nicht so ganz mobil, also "nomad" wäre. Warum? Um zu funktionieren, würde das alleinstehende Appartement (oder Office), viele Anschlüsse brauchen: Strom, Wasser, Kanalisation. Eine leichte Badewanne wäre in solchem mobilen aber nicht ganz autonomen Haus auch nicht verkehrt.  
„Otaku“ von Bachelor, Universität der Künste Berlin. imm cologne 2016. Foto: Elena Newerdowski

Um Gefühle ging es im Projekt "Hörgefühl" von  Alica Borgmann, einer Studentin der Folkwang Universität der Künste Essen. Ihre Idee war, so erkl'rte sie, ein Gefühl von "Zuhause-sein" zu vermitteln. Ein Buch als Speichermedium sollte einige Heimat-Geräusche herbergen und wiedergeben. Aber nicht wie ein kaltes digitales Gerät, sondern durch die Handlung mit seinen Seiten: antasten, umknicken, streicheln.  Und jener, der das Buch aufmacht und blättert, sollte dabei etwas hören. Zum Beispiel könnten es die Geräusche sein, die in einem airbnb-Appartament aufgenommen wurden, um dem Gast die Atmosphäre des Hauses näher zu bringen. Oder umgekehrt: ein eigenes "Hörgefühl" zum Mitnehmen, um dem Heimweh vorzubeugen. Die Heimat.  
. "Hörgefühl" von  Alica Borgmann, Folkwang Universität der Künste Essen. imm cologne 2016. Foto: Elena Newerdowski

Freitag, 15. Januar 2016

Dein Körper: beschütze, verschönere und hege!



Aktuelle Textil-Trends "Well-Being 4.0"/"Das Wohlbefinden 4.0", Heimtextil 2016, Frankfurt-am-Main



Craft. "Well-Being 4.0"/"Das Wohlbefinden 4.0", Heimtextil 2016, Frankfurt-am-Main
 
Der aktuelle Ölpreis fiel in dieser Woche unter 30 Dollar pro Barrel. Vor acht Jahren war der noch 140, kurz vor dem Absturz im Sommer 2008. Damals wurde prophezeit, dass der Ölpreis in zwei Jahren die 200-Dollar-Grenze überschreiten können hätte. Heute wird gesprochen, ein Barrel Öl würde in 2040 160 Dollar kosten. Worum geht’s? Ja, um die Bodenschätze, das Erdinnere. Und um die Wahrsagerei mit dem Kaffesatz. Oder mit dem Ölfleck?
Die Krise lehrt nicht. Wahrsager oder Kartenleser machen ihre Prophezeiungen weiter. Aber die Kreative, Designer und Architekten hörten damit auf, also mit dem abzocken. Nach der Krise 2008 wurden sie nüchtern, ließen den sinnlosen Spielen mit den leeren Formen beiseite und fangen mit der vernünftigen Wohnungs- /Lebens- / Erde-Einrichtung an. Wenn möglich, dann ohne Bodenschätze, nur mit Sonne, Wasser, Wind und organische Natur. Man konnte diese Tendenz verstehen, als der Ölpreis noch 100 Dollars pro Barrel war, aber jetzt bei 30 machen die Kreative immer weiter. Sie laden Batterien mit Sonnenenergie, heizen Häuser mit Hilfe von Photosynthese (grüne Algen), machen aus Buchweizen oder Maisschrot mit Hilfe Myzelium neue organische Kunststoffe. 

Nachhaltigkeit. "Well-Being 4.0"/"Das Wohlbefinden 4.0", Heimtextil 2016, Frankfurt-am-Main

Designer machen es unbeirrt weiter: Sie bereichern, pflegen, schützen, versorgen. Die handeln. Ja, aber auch die aktuellen Tendenzen tragen solche Namen: bereichern, pflegen, schützen, versorgen. Die vier oben genannten Trends wurden visualisiert von zwei US-Designerinnen Lisa Douet und Helen Sac von WGSN in der Ausstellung Theme Park in Rahmen der Messe Heimtextil 2016 in Frankfurt-am-Main.


Freitag, 11. Dezember 2015

Die großen Dichter und das moderne Marketing

Text und Fotos: Elena Newerdowski

Schiller-Kaufhaus, Goethe-Menü, Brüder Grimm-Portraits als Motiv für Servietten. Wären Dichter, Schriftsteller verärgert, empört, wütend, wenn sie davon erfahren hätten? Manche, bestimmt, ja. Ohne Zweifel. Und einige hätten sich vielleicht, wenn nicht gerade verehrt gefühlt, dann einfach amüsiert. Ich würde sagen, Puschkin hätte nichts dagegen, in der Bar "Blauer Puschkin" einen Punsch zu bestellen. Oder eine Bloody Mary, ich weiß nicht genau was da alles angeboten wird, ich war noch nicht in diesem Lokal in Sankt-Petersburg.  


Mich amüsiert das Namen-Marketing auch. Ich freue mich, wenn ich Serviette mit dem von Ludwig Emil Grimm geschaffenen Doppelportrait seiner berühmten Brüder in einem Café bekomme, ich wische aber damit keine Finger, ich stecke die Serviette wie ein Mitbringsel in meine Tasche, nehme sie mit nach Hause, sie liegt dann einige Tage rum, bis ich sie eines Tages verliere.  Goethe-Menü werde ich auch gerne essen... Was ich aber nicht verstehen kann, warum die Kaufhäuser die Namen von Dichter tragen dürfen. Ich empfinde das Goethe-Kaufhaus oder Schiller-Shoppingcenter als  Missbrauch, als "Gotteslästerung", schlimmer wäre vielleicht Kant- oder Hegel-Drogerie. Aber gegen Mercator-Center (gibt es in Duisburg) habe ich keine Einwände. Ich kann mir sogar vorstellen das Gebäude von dem Mercator Waren-Center als eine Art Seekarte zu akzeptieren. Als ich Kartografie studierte, wurde uns  unterrichtet, dass sogar in modernen Seekarten die mathematische Projektion vom alten Holländer benutzt wird: Mercator-Netz. Einkaufen im „Merkator“ heißt eingefangen sein in seinem Netz.
Jetzt fange ich gerade an, mit mir selbst darüber zu diskutieren.
  
 
Dornröschenschloss Sababurg

In einem neuen Roman "Die Rente" schreibt Alexander Ilianen, ein russischer Schriftsteller (Sankt-Petersburg), über die Namen von Schiffen, die er auf Newa während seiner Spaziergänge beobachtet:  

Dienstag, 27. Oktober 2015

Wandern mit der Roten Traube



Text und Fotos: Elena Newerdowski

Wegmarkierung
 Ein Wanderführer, der uns auf dem Wiiwegli (Weinwanderweg) in Markgräflerland begleitete, deklamierte oft einige lyrische Strophen von dem einen oder anderen Dichter. Meiner Meinung nach viel zu viel, wenn man die so beeindruckende Natur vor den Augen hat. Aber das Zitat "trinke was die Wimper hält" (Gottfried Keller) konnte uns nicht loslassen. Das war es, ein Gefühl, das einen Wanderer im herbstlichen Markgräflerland ergriff: der Durst nach der Schönheit. „Das Auge“ konnte von der Landschaft, von den rot- und gelbgefärbten Blättern, von den dunkelblauen oder grüngelben Weintrauben nicht genug kriegen. Augenwimpern konnten mehr, viel mehr von der schönen Welt halten, besonders die Opulenz des Herbstes macht jedes Auge so „durstig“. 



Sonntag, 20. September 2015

Kunst als Attraktion. Ausflug ins Ruhrgebiet



Text und Fotos: Elena Newerdowski

Wer denkt, Kunst ist eine ernste Sache, der sollte sich die Werke der niederländischen Ateliers van Lieshout anschauen, um seine Meinung zu ändern. Die Kunst kann alles sein. Ernst, lustig, nachdenklich, amüsant. Der Künstler Joep van Lieshout will niemals zu süß oder zu brav erscheinen, dafür aber - witzig, provokant, scharfsinnig, aber auch verrückt und manchmal sogar brutal, gemein und abscheulich. Eine Bar im überdimensional großen  Dickdarm? Na, bitte! Eine Herberge in der Gebärmutter? Geht auch! Das Terroristenlabor als Kunstobjekt? Warum nicht? 
"The Good, the Bad and the Ugly"
Atelier van Lieshout. Ausstellung.

BarRectum, 2005. Jetzt wird als Informationsstelle benutzt.
 Um seine Kunst kennenzulernen, muss man nicht weit fahren. Genau jetzt läuft die Ausstellung des Ateliers van Lieshout in Bochum in Rahmen der Ruhrtriennale. Den Namen der Ausstellung, den der Künstler sich von dem bekannten Western auslieh, ist "The Good, the Bad and the Ugly". Warum? Weil die Welt, wie der Künstler erklärte, nicht nur gut und böse, sondern auch hässlich sein kann. Das zeigen auch seine typischen Themen: Leib und Leben, Krieg und Terror, Sex und Gewalt, Nahrung, Energie, Recycling. 



Der Künstler Joep van Lieshout

Diesen provokanten Künstler brachte nach Bochum Johan Simon, ein niederländischer Theater- und Opernregisseur.

Sonntag, 1. Februar 2015

In wool we trust



Jule Waibel. "Unfolded Cones", Pure Talents Contest 2015. Foto Elena Newerdowski


Im Januar war das Leben für diejenige, die gern wissen wollten, wie ein modisches, trendiges, gemütliches Haus aussehen würde, nicht besonders leicht. Alles fing mit Boden („Domotex“, Hannover) an, dann ging’s in Frankfurt-am-Main („Heimtextil“) und in Köln (die große Einrichtungsmesse „imm cologne“) los und endete alles mit der „Maison & Objet“ in Paris. 
MM modern classic, imm cologn 2015. Foto Elena Newerdowski

Montag, 24. Februar 2014

Ich fotografiere, also bin ich




Meine Stieftochter sagte einmal: "Fotografieren macht Spaß, aber wohin mit allen Bilder dann?" 




Meistens stellen Leute gar nicht solche Fragen. Sie knipsen ohne Ende. Sie machen es überall, aber besonders oft während der Ausstellungen oder großer Events. Und alle Organisatoren, Eventmacher müssen damit klar kommen. Sie müssen das Fotografieren nicht nur akzeptieren, es nicht nur erlauben, sondern sogar ermöglichen.



Dienstag, 3. Dezember 2013

“It’s time to talk textiles”



„Talking Textiles“- Claudy Jongstra. Moving Landscape. 2011


„Talking Textiles“. Claudy Jongstra. Moving Landscape. 2011
Tilburg ist eine kleine Stadt in Holland. Ich wäre niemals auf Idee gekommen die Stadt zu besuchen, wenn es dort kein Textil Museum gäbe... Und auch nicht, wenn es in diesem Museum nicht die von Li Edelkoort und Philip Fimmano kuratierte Ausstellung gegeben hätte. 

„Talking Textiles“. Marcel Wanders. Phoebe 4. 2013


„Talking Textiles“. Borre Akkersdijk. Ready made. 2010

Also fuhr ich von Eindhoven (dort war ich bei der Dutch Design Week) nach Tilburg vollkommen allein, um mir die Ausstellung  „Talking Textiles“ anzuschauen. Ich war sehr vom Museum beeindruckt. Weniger aber von der Ausstellung. Wenn man einige der Schaus, welche Li Edelkoort kuratierte, schon früher besucht hatte, dann wusste man genau, was man erwarten konnte.

Sonntag, 15. September 2013

Ein Bus, der ins Paradise fährt




Das Paradies kann man sehen. Ein Bus steht schon bereit.
Foto Serafima Rayskina

Was ist ein Paradies?  Die Berge, so dachte ich mir in meiner Kindheit. Ich dachte, ich konnte ohne Berge nicht leben. Seit mehr als 20 Jahren wohne ich auf dem Flachland. Also ich kann. Aber trotzdem kann ich sagen: Ich ließ mein Herz in Tian-Shan Gebirge, wie es in einem alten Lied  gesagt wird.
Ich war auch da. Fast 3000 ü. M. Kolsai-Tal. Kurz vor dem Pass. 1984

In meinem Text über die Kolsai-Seen erwähnte ich die schreckliche Busse. Ein alter Freund von mir, ein Schulkamerad wollte dann die Fotos von denen sehen. Ja gut, ich kann die Bilder zeigen. Nicht nur von den alten vintage Bussen, auch vom Dorf, vom Gasthaus. Es gibt ganz viele Fotos, da meine Tochter gern und viel fotografiert. 

Foto Serafima Rayskina
Der Sekondhand-Bus aus dem früheren Beitrag war nicht der eindrucksvollste unter denen. Am besten waren die niedliche alte "Krabbeltiere". Schwer zu sagen, wie alt sie sein könnten. Ich glaube, die müssen schon längst in Rente sein. Aber trotz dem höheren Alter kletterten sie in die Berge hoch, überqueren die Flüsse und Bäche. 
Schön gekachelt. Vorne steht ein Junge, er zeigt den Weg nach oben.
Foto Serafima Rayskina